Tantra und Prostatamassage – gesund und happy?

Wir sind es nicht gewohnt, dass irgendjemand an unserem Po sich zu schaffen macht. In aller Regel kümmern wir uns so gut wie gar nicht um dieses Hinterteil. Schliesslich ist es für unseren „Müll“ zuständig und der Gedanke an die Erotik wird beinahe ausgeschlossen. Zwar wissen wir, dass es Analverkehr gibt, aber nicht jeder fühlt sich bei dieser Idee angesprochen. Das gleiche gilt für die Tantra Prostatamassage. Jeder Mann sollte wissen, wo sich seine Prostata befindet. Und wer das weiss, dem ist klar, dass eine solche Massage mit „Einführen“ zu tun hat – und zwar in deinen Hintern. Denn ansonsten wird man mehr schlecht als recht diesen energetischen Punkt stimulieren können. Bei dieser Vorstellung drehen schon viele Männer ab. Das ist was für die anderen – aber nicht für mich! Wirklich?

Viele Männer, die in meinen Workshops gewesen sind, haben zu verstehen gegeben, dass sie sich mit allem, was sich hinter dem Hoden befindet, nicht beschäftigen. Das sogenannte Wurzelchakra, also der Punkt zwischen Hoden und Po, ist vielen unbekannt. Kaum einer hat sich mit dieser Mitte zwischen den Beinen schon einmal im Leben beschäftigt. Ich kann aber die Männerwelt beruhigen: die Frauen sind ebenfalls recht inaktiv in dieser Hinsicht. Häufig beginnt der Fokus auf dieses Wurzelchakra erst, wenn die Frauenärztin Beckenbodentraining empfiehlt. Manchmal wird auch von dieser Stelle gesprochen, wenn die Frau eine schwere Geburt erlebt hat. Doch ansonsten gilt auch Frauen diese Mitte des Körpers als eine stoffbezogene Stelle – nicht mehr und nicht weniger.

Die Prostata liegt in einem schwer erreichbaren Zentrum und ist zudem mit einem negativen Klischee behaftet. Männer könnten aber etwas verpassen, wenn sie diese Erfahrung an sich vorbeiziehen lassen. Denn eine Prostatamassage kann viele positive Aspekte aufweisen.

Das innere Öffnen des Beckens

Für Männer, die sich gehemmt fühlen oder blockiert, kann eine Prostatamassage ein Segen sein. Wer sich dieser Massage öffnet, kann auch ein inneres Öffnen erleben. Das Überwinden von moralischen oder anerzogenen Mustern wird mit dem Abbau dieser Hemmschwelle geradezu herausgefordert. Scham oder ein niedriges Selbstwertgefühl könnten sich reduzieren. Das Erfahren einer Prostatamassage ist für einige sozusagen eine innere Revolution.

Gesunde Prostata = glücklicher Mann?

Im Tantra stellt man die Prostata gerne als Äquivalent zum weiblichen G-Punkt dar. Für Männer kann aber eine Stimulation der Prostata viel mehr sein, als ein erotischer Reiz. Die tantrischen Ansätze sprechen von einem heilenden Effekt, der weit mehr bewirken kann, als man glauben mag. Auch die Vermeidung von Prostataerkrankungen wird dieser Massage nachgesagt.

Kann jede Masseurin die Prostatamassage durchführen?

Grundsätzlich sollte jede Tantra Masseurin die Prostatamassage beherrschen. Die Realität sieht jedoch anders aus. Viele wissen gar nicht wirklich, wo sich dieser Punkt im Analkanal befindet. Sie „tappen“ sprichwörtlich im Dunkeln, wenn sie ihren Finger einführen. Aber ein Profi ist sich sicher wo und wie er die Prostata massieren kann. Der richtige Winkel gehört dazu, wenn man „Berechnungen von der Lage“ der Prostata aufstellen möchte. Da kann eine Anfängerin schon mal schnell aus dem Konzept kommen. Mit dem blossen Finger führt man auch keine Prostatamassage durch. Die Gefahr, dass die langen Fingernägel der Masseurin dich im Inneren verletzen könnten, ist real. Sollte eine Masseurin es so bei dir versuchen, breche die Aktion lieber ab oder fordere sie auf, einen sogenannten Fingerling oder Latexhandschuh zu benutzen. Bei einer erfahrenen Tantramasseurin dürfte sich die Kontrolle (hoffentlich) erübrigen.

Genauso wichtig wie bei Analverkehr ist es bei der Prostatamassage, den Eingang etwas vorzubereiten. Denn der Schliessmuskel schliesst, wie der Name schon sagt, die Öffnung zu. Wer hier mit radikaler Methode vorgehen will, wird die Person gewiss verletzen. Ein blutender Po ist nicht das, was du willst! Also ganz wichtig: Das Eingangstor muss geschmiert werden und sanft anmassiert werden, damit sich der Schliessmuskel entspannt und die Masseurin ohne Widerstand eindringen kann.

So sehr du dir auch eine Prostatamassage wünschst – achte darauf, dass eine erfahrene Tantraworkerin sich an dieses Körperteil zu schaffen macht. Du wirst für diese Empfehlung dankbar sein, wenn du ihr nachkommst. Und du könntest es bereuen, wenn du beim Urologen in der Praxis sitzt und ihm von der missglückten Prostatamassage erzählen musst. Doch nichts destotrotz kannst du einige Dinge beherzigen, wenn du deine Wahl hinsichtlich der Tantraworkerin getroffen hast.

  • Achte auf ihre Fingernägel. Sind die sehr lang und spitz?
  • Wird ein Latex-Fingerling oder ein Handschuh benutzt?
  • Wird die Prostatamassage grob im Ansatz besprochen?

Bei recht langen und spitzen Fingernägeln kann trotz Fingerling oder Handschuh die Gefahr bestehen, dass eine Verletzung im Inneren herbeigeführt wird. Das ist nicht die Regel, aber dennoch möglich. Wird der Latex-Fingerling mit Öl eingeschmiert und dann eingeführt, besteht das Risiko, dass das Latex reisst. Dann wird dich der spitze Fingernägel völlig schutzlos stimulieren und auch vielleicht verletzen.